Streetview und WLAN Daten

Google ist ja mit seinem Streetview Dienst in den letzten Wochen desöfteren in die Kritik gekommen, zuletzt weil sie WLAN Nutzdaten gespeichert haben, sofern man ein unverschlüsseltes WLAN hat und dieses erfasst wurde.

Dies soll nur aus Versehen passiert sein und hätten eigentlich gelöscht werden sollen.

Es gibt quellen laut denen Google die Software Kismet eingesetzt haben soll. Ob das stimmt weiß ich nicht, falls aber ja müsste ich mich doch „etwas“ wundern. Nicht, dass sie dafür nicht geeignet wäre, ich denke nicht, dass es eine bessere (freie) Software unter Linux gibt mit der man u.a. WLANs scannen kann und ihre passenden GPS Koordinaten speichern kann. Kismet kann zwar noch viel mehr (IDS, verteiles Scannen) aber das ist in diesem Fall unrelevant.

Wenn man sich nun aber die datei ‚/etc/kismet/kismet.conf‘ ansieht stolpert man über folgenden Block:

# File types to log, comma seperated
# dump    – raw packet dump
# network – plaintext detected networks
# csv     – plaintext detected networks in CSV format
# xml     – XML formatted network and cisco log
# weak    – weak packets (in airsnort format)
# cisco   – cisco equipment CDP broadcasts
# gps     – gps coordinates
logtypes=dump,network,csv,xml,weak,cisco,gps

Die Zeilen mit # sind nur Kommentare, danach kommt die Zeile mit den aktiven logdateien. Die zeile „logtypes“ wird in dieser Form ausgeliefert, ist also default.

Die Namen sind soweit selbsterklärend: csv, xml und network enthalten größtenteils die gleichen Daten, nur in einem andern Format.

Dump enthält wie der Name erraten lässt einen kompletten Dump der Daten, inklusive Nutzdaten welche im Netzwerk gesendet werden.

Den Medieninformationen nach müsste Google im Dump format aufgezeichnet haben, für den eigentlichen Zwerk wäre (in meinen Augen) aber das xml Format (oder csv) besser geeignet.

Network;NetType;ESSID;BSSID;Info;Channel;Cloaked;Encryption;Decrypted;MaxRate; MaxSeenRate;Beacon;LLC;Data;Crypt;Weak;Total;C$

Diese Daten alle enthält die csv Datei, das Feld „Data“ beeinhaltet nur einen Integerwert wieviele Datenpakete empfangen wurden, keine Inhalte.

Damit man den Standort auch protokollier benötigt man GPS. Unter Linux wird dies mit dem gpsd realisiert (Bluetooth GPS geräte werden mit Rfcomm als lokales Gerät eingebunden und dann im gpsd eingetragen).

Falls Google Kismet eingesetzt hat, so wäre es kein Problem gewesen keine Nutzdaten zu speichern, ein kleiner Blick in die config hätte dafür ausgereicht. Falls sie Kismet nicht eingesetzt haben will ich ihnen mit diesem Artikel nichts unterstellen, Kismet hätte aber eventuell eine alternative sein können.

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