TweetDeck unter KDE

Mit Ubuntu 11.04 bin ich wieder von Gnome weg, zurück zu KDE (erwähnte ich ja schon bereits an anderer Stelle)

Als Desktop Twitterclienten benutzte ich in letzter Zeit ganz gerne TweetDeck, unter Anderem weil dieser direkt mit meinem Linkshortner zurecht kommt.

TweetDeck zu installieren ist das kleinste Problem, wenn Adobe AdobeAIR 64-bit Pakete für Linux schnüren würde wäre es zwar noch einfacher, aber immerhin stellen sie auf ihrem Blog eine Anleitung bereit, wie es doch geht: http://blogs.adobe.com/flashplatform/2010/10/install-adobe-air-on-64-bit-ubuntu-10-10.html

Durch den Wechsel von Gnome zu KDE musste ich noch das Schlüsselbund Problem lösen (Gnome verwendet den gnome-keyring, KDE kwallet: http://kb2.adobe.com/cps/492/cpsid_49267.html), danach lief TweetDeck.

Ubter Gnome würde es so gehen, bei KDE bleib aber ein kleines Problem: Links wurden nicht geöffnet.

Link anklicken -> nichts passiert.

Rechtsklick -> ‚Verknüpfung öffnen‘ -> nichts passiert.

Systemeinstellungen gecheckt: Standartbrowser ist Firefox, interessiert TweetDeck aber nicht. Ich kannte das Problem zwar schon von meinem Laptop (bereit vor ein paar Wochen umgestellt), wollte es jetzt aber endlich lösen.

Ich wusste: sobald ich konqueror installiere geht es, aber warum?

Ein einfacher Symlink von /usr/bin/konqueror auf /usr/bin/firefox half nicht, nun war meine Neugierde komplett geweckt.

Was macht TweetDeck um Links zu öffnen??

Nach einiger Zeit der Suche habe ich rausgefunden woran es liegt (mittels alter Bugreports, ähnlicher Probleme…):

Es gibt in KDE eine art Mittelsmann um Links zu öffnen: kfmclient

kfmclient ist ein Programm welches von konqueror automatisch mitinstalliert wird, bei Kubuntu aber nicht von Haus aus installiert ist (evtl weil rekonq Standardbrowser ist und dieser kfmclient nicht bereitstellt).

Einzeln ist es in den Kubuntu Repositories aber nicht vorhanden, die einzige Möglichkeit kfmclient zu installieren ist, konqueror zu installieren.

Ruft man ‚kfmclient openURL http://blog.vthadden.de‘ auf der Konsole auf, wird mein Blog geöffnet, vorausgesetzt man hat konqueror installiert, es wird sogar der Browser verwendet, den man als Standard gesetzt hat, in meinem Fall also Firefox. Vom konqueror selbst bekommt man also nichts mit, er ist lediglich vorhanden man muss ihn aber nicht benutzen.

TweetDeck nutzt (leider) auch kfmclient um Links zu öffnen. Sofern dieser nicht installiert ist passiert halt nichts. Es gibt kein Fallback oder eine sonstige Lösung.

Will man das TweetDeck Problem also lösen: konqueror installieren.

Ich gehe davon aus, dass kfmclient in AdobeAIR eingetragen ist und nicht im TweetDeck, nutze aber im Moment keine anderen AIR Applikationen und kann es von daher nicht definitiv sagen.

 

Von daher ein „Aufruf“ an die Kubuntu Entwickler und an Abode (bzw TweetDeck, wo auch immer der kfmclient als Referenz eingetragen ist):

Es wäre schön wenn „kfmclient“von Haus aus installiert ist, unabhängig von konqueror (kfmclient als eigenes Paket wäre durchaus Praktisch)

Und es wäre schön wenn TweetDeck nicht ausschließlich kfmclient sondern mindestens /usr/bin/www-browser als Fallback nutzen würde.

Das würde mir und Anderen die Fehlersuche ersparen.

Die Überbleibsel des Qualitätsjournalismus

In den letzten Jahren standen bekannterweise Google News und ähnliche Portale stark in der Kritik.

Von Verlegern hieß es, Google und Co würden ihnen Einnahmen klauen, da sie ihre Nachrichten (wenn auch nur auszugsweise) online präsentieren und verlinken.

Diese Diskussion ist mir im Moment relativ egal, darüber geht es in diesem Blogeintrag auch nicht, doch ein Begriff ist in diesem Zusammenhang oft gefallen: „Qualitätsjournalismus“, welcher „gerecht entlohnt“ werden will.

Doch was ist Qualitätsjournalismus? Was ist davon noch übrig geblieben?

Heute wurde uns wohl bewiesen, was der Qualitätsjournalismus in Deutschland ist:

Es ist das Tickern von DPA Nachrichten. Blindes Vertrauen, dass die DPA wohl keine Fehler macht. Und so kommt des, dass innerhalb von einer halben Stunde über 500 Nachrichtenseiten (so viele Suchergebnisse hat die Headline jedenfalls im Moment) die Meldung „Viele EHEC-Tote werden nicht mehr ganz gesund“ tickerten.

Ich kann verstehen, dass die Zeitungen auch Sonntags versuchen die Leser auf dem Laufenden zu halten. Ich kann auch verstehen, dass Sonntags wohl nicht so viele Redaktionsmitarbeiter am Arbeiten sind, wie unter der Woche.

Aber wieso merkt das denn niemand??

Nicht nur, dass niemand den Fehler bemerkt und den Artikel löscht, es werden sogar immer mehr Suchergebnisse. Kann denn niemand diese DPA Meldung „zurückholen“? Oder wenigstens zeitnah revidieren? Irgendwer hat den Text doch geschrieben, derjenige muss doch merken, dass die Headline anders besser gewählt worden wäre (wenngleich sie nicht 100% falsch ist, die EHEC-Toten werden nur halt nicht „nicht mehr ganz gesund“, sondern sie sind tot, von Gesundheit kann da keine Rede mehr sein).

Und da wundern sich die Verleger, wieso viele Zeitungen wenig Zuspruch „aus dem Internet“ bekommen und die Internetuser auch keine allzu große Bereitschaft zeigen, für Onlinezeitungen zu zahlen. Wofür soll ich denn bezahlen? Dass blind DPA Meldungen getickert werden? Selbst wenn 3 Zeitungen dafür Geld verlangen würden, gibt es doch immer noch 500 Weitere, die es kostenlos anbieten. Oder soll ich dafür zahlen, dass Falschmeldungen selbst nach einer halben Stunde noch online sind? Klar, es ist Sonntag, das rechtfertigt aber nicht, dass deswegen die Nachrichten eine schlechtere Qualität haben (besser keine Nachrichten sonntags, dann macht man auch weniger Fehler).

Ich habe kein Problem damit, für guten Journalismus zu zahlen. Doch scheint sich das „gut“ in den letzten Jahren zu verschieben, mindestens aber werden die „guten“ Beiträge durch leider immer häufiger auftretende Schlechte „unterwandert“. Qualität sticht Quantität, lieber sonntags weniger veröffentlichen, dafür einen höheren Standard gewährleisten.

In dem Zuge der Entlohnung kommt flattr sicher nicht ungelegen.

Ich bin gespannt wie lange die Meldung wohl noch kursiert, bis sie revidiert bzw. geändert wird.

P.S.: Ich will mit diesem Beitrag niemandem auf die Füße treten, es gibt in den klassischen Medien durchaus gute Journalisten, es zählt dafür zu sorgen, dass diese nicht durch falsches Management bzw. Falschmeldungen untergehen.

Nachtrag: Kurz vor dem Veröffentlichen habe ich nochmals gegoogelt, „nur“ noch knapp 400 Ergebnisse, die Ersten scheinen es wohl zu merken. Immerhin. Wobei andere gerade nochmals nachlegen, die Zahlen schwanken gerade sehr stark zwischen 400 und 750.

Nachtrag(2): Lars Wienand (Mitarbeiter der Rheinzeitung) hat ein paar Worte dazu geschrieben. Ich wollte mit meinem Beitrag den Qualitätsjournalismus nicht per se abwerten, ich frage mich aber: Braucht man wirklich 24/7 Ticker? Ich (als Leser) kann es durchaus verstehen, wenn mal keine bzw weniger Nachrichten auf einer Nachrichtenseite erscheinen, weil gerade Nacht oder Wochenende ist. Braucht man Ticker, die zu Hunderten im Internet, die gleiche Meldung posten? Ließt die denn wirklich jemand aufmerksam? Ich für mich eher nicht, ich habe zwar schon das ein oder andere Mal in Ticker geschaut, aber fehlen würde er mir wahrscheinlich nicht. Andere Journalisten hingegen bekommen die DPA Nachrichten wahrscheinlich sowieso, sind also auch nicht auf den Ticker angewiesen.

Ist der Mehrwert von einem Ticker im Internet heute noch so groß?

Ich will damit nicht sagen, dass es keinen Qualitätsjournalismus mehr gäbe (auch wenn es so klingen mag). Guter Journalismus hat (finde ich) nicht viel mit automatisierten Ticker zu tun, sondern damit, dass man sich vom Rest abhebt. Mit Qualität. (Nein, das heißt jetzt nicht, dass jeder Tickeranbieter keinen guten Journalismus liefern kann 😉 ). Ich will damit nur die Sinnhaftigkeit automatischer Ticker in Frage stellen, nicht die der Journalisten.

P.P.S.: Und ja, der Titel ist etwas ungünstig gewählt 🙁

Captcha

Lange Zeit hatte ich keinerlei Sicherheitsmaßnahmen beim Kommentieren aktiviert. Man musste lediglich Name und E-Mail Adresse hinterlassen.

Jeder der selbst bloggt wird wissen: SPAM ist auch bei Kommentaren sehr beliebt. Es bringt den Spammern zwar nicht viel (sofern die Suchmaschine das Attribut rel=“nofollow“ auswertet) aber sie tun es trotzdem. Heute kam im Schnitt alle 2 Minuten ein neuer SPAM-Kommentar dazu, zwischenzeitlich hatte ich deswegen bei Artikeln die älter als 14 Tage sind die Kommentarfunktion deaktiviert.

Da aber doch mehr Besucher über Google auf alte Beiträge kommen, als ich dachte, ist das wahrscheinlich keine so gute Idee; vielleicht will von denen ja jemand etwas hinterlassen.

Von daher habe ich nun ein kleines Captcha aktiviert, ob es auf Dauer nützlich ist wird sich zeigen. Wichtig war mir, dass es kein externes Captcha ist, welches Daten von einem anderen Server laden muss. Wenn es sich aber als nutzlos herausstellt wird es wohl oder übel ein externes werden müssen (während ich diesen Beitrag schreibe, kam jedenfalls kein neuer SPAM-Kommentar rein, toi toi toi 🙂 )

IPv6 Zertifizierung und die glue Records

Hurricane Electric, ein ISP aus den USA, bietet als (im Moment) einer der größten IPv6 Backbone Provider einerseits kostenlose IPv6 Tunnel (http://tunnelbroker.net, benutze ich selbst u.a. auch), aber auch eine IPv6 Zertifizierung an.

Die Zertifizierung ist kostenlos und besteht aus theoretischen und praktischen Aufgaben. Im Praktischen Teil muss man einen Server in mehreren Schritten komplett IPv6 fähig machen, der letzte Schritt ist die Eintragung von IPv6 glue Records bei der Domain Registrierunsstelle.

Ein glue Record enthält die IP Adresse zu dem Nameserver, der für eine Domain zuständig ist. Der Eintrag ist notwendig , wenn der Nameserver unter der gleichen Domain läuft als die Domain, die man auflösen möchte.

Für mich und meinen Server heißt das:

Meine „Haupt“ Domain, unter der ich die meisten Services laufen lasse ist 4nx.de.

Mein primärer Nameserver „hört“ auf den Namen ns1.4nx.de und gehört damit dieser selbst an. Dadurch muss bei der Denic direkt hinterlegt sein, unter welcher IP-Adresse dieser Nameserver erreichbar ist. Diesen Eintrag nennt man dann glue Record.

Um bei der IPv6 Zertifizierung den höchsten Grad zu erreichen, muss man seine Domain mit diesen Einträgen ausstatten. Alle vorherigen Schritte habe ich schon letztes Jahr gemacht. Diesen letzten erst gestern, aus einem einfachen Grund: Weiterlesen

Mittwoch ist IPv6 Tag

Ja, am Mittwoch ist es so weit.

Geplant ist, dass Google, Facebook, Akamai und viele andere Betreiber von Diensten im Internet ihre Dienste auch regulär per IPv6 zur Verfügung stellen.

Google macht das bisher unter http://ipv6.google.com und für User bestimmter Netzwerke/DNS Server auch auf http://google.com

„Normale“ Internetnutzer bekommen dagegen keine IPv6 Adressen für Webseiten zurückgeliefert von Googles Nameserver. Damit wollen sie Problemen aus dem Weg gehen, die einige ältere Betriebssysteme (und manche Router) haben beziehungsweise haben könnten.

Facebook und co handeln ähnlich.

Anders wird es diesen Mittwoch sein. Am Mittwoch werden die Fragen nach IPv6 Adressen für Google, Facebook etc beantwortet und der Computer könnte die Webseite per IPv6 erreichen, sofern er per IPv6 angebunden ist, man kann auch Parallel IPv4 und IPv6 benutzen, meistens wird IPv6 bevorzugt wenn eine Webseite beides unterstützt. Wenn nicht sind alle aktuellen Betriebssysteme so clever es auch nicht zu versuchen sondern benutzen direkt IPv4.

Ich für meinen Teil setze IPv6 (zuhause zwar mit Tunnel) seit über einem Jahr ein und hatte bisher keine Probleme damit. Alle meine Server sind (mittlerweile nativ) IPv6 fähig und auch auf dieser Webseite ist es aktiviert. Rechts in der Spalte hab ich eine kleine Box eingebaut, die anzeigt ob man per IPv4 oder IPv6 hier ist.

Von Daher: Wenn du diese Webseite lesen kannst und bei dir keine Fehler auftreten dann wirst du wahrscheinlich auch keine Probleme am IPv6 Tag am Mittwoch haben. Wenn du diese Webseite nicht lesen kannst… Wenn bei dir Probleme mein Laden aufgetreten sind, dann lass es mich wissen 😉

Manche sehen im IPv6 Day zwar nur eine Alibiaktion, ich habe aber die Hoffnung, dass ein positiver Ausgang die Einführung von IPv6 beschleunigt.

Viele Firmen haben noch Hemmungen vor IPv6 bzw sehen keinen Nutzen darin (ok, darüber kann man sich streiten wenn man will). Von daher bin ich gespannt was am Mittwoch herauskommt, vielleicht ist IPv6 ja gar nicht so „schlimm“ wie bisher befürchtet 😉

 

Nachtrag: Christoph hat auch noch ein paar Worte dazu geschrieben

WhatsApp??

Oft wurde mir schon von WhatsApp erzählt, wie toll das doch sei und so.

Gestern hab ich mit erstaunen festgestellt, dass es sogar eine Symbian Version gibt und diese mal installiert. Der erste Eindruck ist nicht schlecht, komfortabel zu Nutzen und durchaus praktisch.

Verwundert war ich dagegen, als ich die Preise gesehen hab: Für Symbian, Android und Blackberry ein Jahr kostenlos, danach 1,99$ pro Jahr. Könnte man so akzeptieren, trotzdem wundere ich mich dass für iPhones nur eine einmalige Gebühr von 0,99$ anfällt. Wieso bzw. wozu?? Einerseits bleibt bei den iPhone Kunden doch noch weniger hängen als bei den Anderen (durch den AppStore), andererseits müssten die Kosten doch mindestens gleich hoch sein. Die genutzte Infrastruktur bei WhatsApp sollte die gleiche sein und ich glaube nicht, dass die Developerzertifikate bei anderen Plattformen nennswert teurer sind (ohne das jetzt genauer zu recherchieren).

2$ pro Jahr für eine „SMS Flatrate“ sind sicher gut angelegtes Geld, sofern die Verbreitung von WhatsApp stimmt/zunimmt. Ich wäre es durchaus bereit zu bezahlen, wäre da nicht eine andere Kleinigkeit:

WhatsApp lässt sich bei Symbian nicht beenden. Die „Schließen“ Funktion beendet nur die GUI, der Hintergrundprozess (incl. Datenverbindung) läuft fröhlich weiter und ist selbstverständlich auch im Autostart hinterlegt.

Die FAQ bei WhatsApp sagt dazu nur lapidar „Die App ist so gebaut, dass sie wie SMS immer erreichbar ist.“ (ist übrigens der einzige FAQ Eintrag zu Symbian).


Der Ansatz ist ja schön und gut. Nur läuft bei einer SMS nicht dauerhaft eine Datenverbindung die Strom frisst. Manchmal habe selbst ich keine Programme mit Internetverbindung offen 😉

Symbian bietet natürlich auch keine Möglichkeit den Autostart zu verändern bzw. Hintergrundprozesse zu beenden. Es gibt dafür zwar Programme, doch diese müsste ich zum Installieren selbst signieren, danke Nokia, dass das so einfach ist.

Android und iOS User denken jetzt wahrscheinlich „dann deaktiviere doch die Datenverbindung“ – klar, würde ich liebend gerne tun. Nur hat Nokia auch diese Option weggelassen, es geht nicht (ohne die Interneteinstellungen zu ändern).

Es gibt manchmal einfach Situationen in denen man zwar per Telefon/SMS erreichbar sein will, aber nicht über einfacherer Wege wie IM oder eben WhatsApp. Ich merke an mir selbst dass ich mit jemandem eher „grundlos“ Kontakt aufnehme wenn er Online ist als per Telefon/SMS, da nur wenn es sein „muss“.

Zu meinem Erstaunen habe ich auch keine Möglichkeit gefunden, das Programm abstürzen zu lassen, in fast allen anderen Programmen auf meinem E71 passiert das regelmäßig :-/

Die einzige Möglichkeit WhatsApp im Moment zu beenden ist es zu deinstallieren.

Ist es so schwer einzusehen, dass es (mindestens einen) User gibt, der WhatsApp gerne mal beenden möchte???

Fazit: WhatsApp ist zwar eine gute Idee. Ob ich es auf Symbian dauerhaft verwende weiß ich noch nicht, die Option es zu beenden fehlt mir schon (bzw. meinem Akku), der Offline Modus ist dafür keine Alternative weil man da auch nicht mehr Telefonisch erreichbar ist. Dazu kommt noch die Preisgestaltung, welche einfach merkwürdig ist.