Teilausfall Kabeldeutschland Kabelinternet (IPv4 <-> IPv6) (behoben)

Eben (gegen 12:30 Uhr) ist bei Kabeldeutschland etwas abgestürzt und seitdem das Internet gestört. Dieser Beitrag wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen.

Aktuell sind ihre IPv4 Nameserver sowie das DS-Lite Gateway nicht erreichbar bzw funktionieren nicht richtig (lassen sich pingen, mehr aber auch nicht). Da ich nur einen IPv4 Anschluss ohne IPv6 von Kabeldeutschland habe (IPv6 wird bei mir über http://tunnelbroker.net getunnelt) reicht es die Nameserver zu ändern. Meistens ist dies auf dem Router möglich, falls das nicht möglich ist muss man sie auf den Endgeräten (z.B. dem PC) manuell eintragen. Alternative Nameserver sind z.B. von Google 8.8.8.8 und 8.8.4.4, 85.214.20.141 vom FoeBud/digitalcourage oder 213.73.91.35 vom ccc Berlin.

Bei IPv6 Anschlüssel von Kabeldeutschland sieht es aufgrund des eingesetzten DS-Lite Protokolls schlechter aus. In diesem Fall bekommen die Router nur IPv6 Adressen zugewiesen und erreichen IPv4 Adressen über ein vom Netzbetreiber bereitgestelltes Gateway, welches die Anfragen umwandelt. Da dieses aktuell aber auch nicht erreichbar ist, ist es somit nicht direkt möglich IPv4 Adressen aufzurufen. IPv6 funktioniert dagegen problemlos:

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Hier hilft es, wenn man einen VPN Server hat, welcher über IPv6 erreichbar ist (was selbst in Nerd-Kreisen noch nicht unbedingt die Regel ist) oder aber die Nutzung eines öffentlichen IPv6 zu IPv4 Gateway. Ein mögliches wird von http://sixxs.net betrieben. Die Funktionsweise ist unter http://www.sixxs.net/tools/gateway/ erklärt. Der Zugriff funktioniert durch das Verlängern der URL um „sixxs.org“. Aus http://www.kabeldeutschland.de wird dadurch http://www.kabeldeutschland.de.sixxs.org. Damit ist es auch möglich Webseiten aufzurufen, die normalerweise ausschließlich per IPv4 erreichbar sind. Beachtet aber bitte, dass hier nicht der beste Datenschutz gewährleistet ist, da die Daten über mindestens einen weiteren Server geroutet wird, der von SixXS 😉

Die Kabeldeutschland Hotline ist aktuell überlastet, es betrifft also wohl nicht nur einzelne Anschlüsse sondern eine größere Region. Laut KDGforum betrifft die Störung mindestens weite Teile vom Saarland und Rheinland-Pfalz. Auf allestörungen.de ist die Anzahl der heutigen Störungsmeldungen stark angestiegen, hier ist auch der Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

UPDATE: Seit etwa 14:20 Uhr sind die Dienste wieder hergestellt. Sowohl bei mir als auch bei Nutzern des KDGforums ist der Netzzugriff wieder möglich. Die Störung ist wohl behoben. Das Ganze zeigt aber auch, dass DS-Lite wohl noch nicht ganz so fehlerresistent wie das bisherige IPv4 Routing ist.

Stand: 14:30

Sipkom stellt bisherigen SIP Dienst ein

Wie der Anbieter sipkom (nicht zu verwechseln mit sipgate) am Freitag per Newsletter mitteilte, stellen sie den SIP Dienst mit deutschen Festnetznummern ein

hiermit möchten wir Sie darüber informieren, dass wir den SIP (VOIP) Dienst in der jetzigen Form einstellen müssen §9.8.

Unser Support steht Ihnen ab sofort nicht mehr für die sipkom Plattform (491805.. ,49322.. 883…) zur Verfügung.

Die Einstellung des Dienstes mit dem alten Anbieter war für uns unvermeidbar und ohne Zukunft .

Kunden mit deutschen Festnetzrufnummern wird empfohlen diese zu sipgate zu portieren, um weiterhin erreichbar zu sein. Eine eventuell bei sipkom registrierte 032 Rufnummer kann nicht zu sipgate portiert werden, da sipgate diese nicht unterstützt, wie sipgate auf Nachfrage mitteilte:

Kunden mit einer WLN (Worldwide local number, sipkom bietet Rufnummern aus über 70 Ländern an) können diese weiterführen, bekommen hierfür aber neue SIP Zugangsdaten, Restguthaben wird übernommen. Die Abschaltung betriefft also ausschließlich deutsche Festnetzrufnummern.

Ich hatte sipkom bisher für eine 032-er Nummer genutzt. Diese Rufnummerngasse ist speziell für VoIP gemacht worden und hat eigentlich keine Vorteile gegenüber einer Ortsnetzrufnummer. Auf den ersten Blick fällt auf, dass Anrufe auf 032 selten in Flatrates enthalten, oft (von Mobil) sogar teurer als Festnetznummern sind. Genau hier setzt aber mein Zweck an: Die Nummer ist häufig teuer anzurufen. Scherzanrufe, SPIT und co kommt damit also eher nicht an (oder geht ins Geld). Die perfekte Nummer fürs Whois in Domains oder das Impressum. Ein weiterer Vorteil der separaten Nummer ist, dass ich die Nummer niemandem direkt gebe (sondern hier nur meine normale Telefonnummer) und somit diese Nummer auch schnell wechseln kann. 0180-Servicerufnummern bekommt man mittlerweile ja nicht mehr kostenlos, diese waren früher mein Favorit fürs Whois. Nachdem ich einmal schlechte Erfahrung gemacht habe mit meiner normalen Telefonnummer im Netz würde ich diese ungern so offen angeben, es gibt heutzutage immernoch Menschen die es witzig finden nachts um 4 jemanden aus dem Bett zu klingeln, ohne einen sinnvollen Grund zu haben. Nun werde ich mir also einen neuen Anbieter hierfür suchen, wahrscheinlich werde ich eine Rufnummer bei ventengo registrieren.

Twitter und seine Clients

Twitter hat heute massive Änderugen an der Twitter API endgültig angekündigt. Nachdem es schon früher Hinweise gab, dass die API stark eingeschränkt werden soll wurde dies nun heute konkret veröffentlicht: https://dev.twitter.com/blog/changes-coming-to-twitter-api

Primäres Ziel der Einschränkungen sind 3rd-party Twitter Apps. Die Apps die Twitter eigentlich erst so populär gemacht haben.

Auf Android nutze ich seit langem Twicca, auf Symbian hatte ich Gravity (an den bisher auch imho nichts annäherungsweise heran gekommen ist auf Android) und noch davor hatte ich irgendwas anderes gehabt. Auf dem iPad nutze ich im moment die originale Twitter App, das was sie soll kann sie dort. Auf Android hingegen stört mich irgendwie alles an ihr. Auf dem PC hatte ich lange Zeit TweetDeck, bis Adobe den Air Support für Linux eingestellt hat. Neben den aufgelisteten Apps gibt es noch viele weitere, man hat eine echt große Auswahl.

Und genau diese App vielfalt will Twitter nun einschränken, wenn möglich wohl sogar komplett abschaffen. Die Realtime bzw Streaming API gabs ja schon nur in sehr wenigen Anwendungen und ich vermute, dass diese Zahl nun nicht mehr zunehmen wird.

Twitter will keine Apps haben, die das Verhalten der original Twitter-App Nachahmen. Ich finde nicht, dass Twicca und Gravity dies tun. Ja, man kann mit fast allen Clients auch tweets absenden. Twicca kann man im Gegensatz zur original App aber mit einer stattlichen Anzahl Plug-Ins erweitern. Man kann fast alles anpassen, was irgendwie geht. Gravity hingegen kann sehr komfortabel mehrere Accounts gleichzeitig verwalten und unterstützt die Realtime API.

Twitter will seine API Ausrichtung nun mehr auf Firmenkunden und andere Dienste ausrichten und „Klone“ ihrer App eher aus dem Weg räumen.

Und ja, Twitter ist in ihrem Bereich Marktführer. Nokia war auch mal Marktführer bei Smartphones, wie AOL bei fast allem was im Internet damals passierte. Vor einigen Jahren war da auch noch StudiVZ. Twitter sollte aufpassen, dass sie nicht die vergraulen, die ihnen mit ihren Daten die Einnahmen ermöglichen: die User.

Verdächtigkeit von Facebook-Verweigerern

Aktuell kommt mal wieder ein bekanntes Thema in den Vordergrund: Machen sich Facebook-Verweigerer verdächtig? Viele Onlinemedien aus den verschiedensten Ländern berichten darüber und verweisen auch gerne darauf, dass Personalabteilungen eine Online-Abstinenz auch sehr verdächtig finden.

Fast alle Artikel haben eins Gemeinsam: Sie stellen das Verweigern von Facebook mit einer kompletten Abstinenz aus dem Internet gleich. Für viele von ihnen besteht das Internet entweder ausschließlich aus Facebook, oder sie unterstellen das jedenfalls dem normalen Leser.

Ich bin nicht auf Facebook, aber nicht weil ich kein Bock auf das Internet hätte sondern einfach weil mir die durchführung von ihrem Geschäftsmodell nicht passt. Ich will nicht alle 3 Tage nachschauen müssen ob die privacy Einstellungen noch so sind wie ich sie gerne hätte, oder ob Facebook diese mal wieder „optimiert“ hat und dadurch mehr öffentlich ist als ich möchte. Dafür bin ich bei Twitter, Google+, Xing, in verdiedenen Foren und Mailinglisten, nutze Jabber und Skype, blogge ab und zu und verbringe auch sonst sehr viel Zeit mit Systemen im Netz.

Bin ich trotzdem verdächtig, nur weil ich Facebook nicht Nutze? Das Netz kann viel mehr bieten, als nur Facebook.

Fritz!Box Capture

Weil ich es immer und immer wieder google und mir nie merken kann:

Unter http://fritz.box/html/capture.html kann man bei einer Fritz!Box einen Paketmitschnitt starten. Dieser erfolgt in einem Format, welches direkt mit Wireshark geöffnet werden kann. Man kann zudem noch auswählen auf welcher Ebene man die Pakete mitschneiden möchte (DSL, WLAN, LAN und mit/ohne spezieller DSL Header). Beachtet bei einem Mitschnitt aber die Rechtslage in dem entsprechenden Land 😉

Bin dann mal ein paar Daten auswerten.

Interessanter Traceroute

Manchmal sind genutze Routen im Internet „interessant“ (gekürzt auf die wesentlichen Informationen):

<lokales gateway>
Frankfurt1.Level3.net
London1.Level3.net
<Telekom Hop ohne reverse DNS Eintrag>
MA.DE.NET.DTAG.DE

Zu anderen DSL Anschlüssen ging es direkt nach dem frankfurter Level3 Hop zur DTAG, ohne einen Umweg über UK zu machen.

Kann ja mal vorkommen, trotzdem Seltsam 😀

Meine Erfahrungen mit VoIP / SIP

Egal wo man ist oder mit wem man redet, kaum jemand hat eine gute Meinung von Voice over IP.

Viele sagen, die Gesprächsqualität sei schlecht, abgehackt oder gar nicht zu gebrauchen, was ich aber nur eingeschränkt bis gar nicht bestätigen kann.

Ich benutze seit über 5 Jahren ausschließlich VoIP (über 1&1 und Sipgate) und habe bisher kaum schlechte Erfahrung gemacht.

Es gibt in der VoIP-Welt verschiedene Protokolle: SIP ist der quasi-Standard bei den Festnetzersatzlösungen der meisten Anbieter. Oft kann man die Zugangsdaten auch in eigenen Endgeräten eintragen um den Anschlus unterwegs zu nutzen (so z.B. bei 1&1, Sipgate und co), es gibt aber auch Anbieter bei denen es nicht der Fall ist. Daneben sehr Verbreitet ist Skype, ein eigenes Programm und Protokoll welches (im gegensatz zu SIP) nicht offen ist, aber auch eher zum Einsatz am PC gedacht ist bzw dort meistens genutzt wird. Weitere Protokolle sind IAX und H.323.

In diesem Artikel möchte ich mich mit SIP beschäftigen, Skype ist den meisten bekannt und auch nicht mit so vielen negativen Vorurteilen belastet. Im Idealfall gilt:

VoIP hat einen großen Vorteil gegenüber konventioneller Telefonie: Man ist nicht an einen Standort gebunden sondern kann den Anschluss „mitnehmen“. Wo man sich selbst aufhält kann man sich (in der Regel) bei seinem VoIP Provider einloggen und seine zugewiesene Telefonnummer von zu Hause benutzen, vorausgesetzt man hat eine Internetverbindung die schneller als ISDN ist (also DSL oder UMTS). Dazu kommt, dass man eventuell Netzwerktelefone einsetzt (bzw. einsetzen will) was die Verkabelung im Haus einfacher macht, man muss keine separaten Telefonleitungen legen bzw. beschalten. Einige Telefone können heutzutage Power over Ethernet, wodurch sie nur in eine Netzwerkdose gesteckt werden, ein Netzteil entfällt wie bei ISDN und Analogtelefonen auch. Voraussetzung dafür ist ein PoE fähiger Switch.

Die Sprachqualität hängt natürlich von mehreren Faktoren ab:

  • Welchen Anbieter benutze ich
  • Welche Telefone benutze ich
  • Welche Bandbreite habe ich zur Verfügung

Bei den Telefonen gibt es (wie bei Analoggeräten auch) große Qualitätsunterschiede, aber auch die verfügbaren Sprachcodecs unterscheiden sich. Relativ neu ist HD-Telefonie. Dabei ist die Qualität deutlich besser als bei normalen Telefonaten, der abgedeckte Frequenzbereich als auch die Abtastrate sind bei diesem Codec (G.722) deutlich höher als bei den Bisherigen und kommen an die eines natürlichen Gesprächs (ohne Telefon) sehr Nah heran. Um dies nutzen zu können müssen beide Gesprächspartner, als auch der Provider diesen Codec unterstützen.

Die Bandbreite ist (selbstverständlich) ein sehr wichtiges Kriterium, sie kann die Sprachqualität direkt beeinflussen. Um VoIP nutzen zu können sollte man DSL haben. Es funktioniert zwar auch per UMTS (sofern es der Mobilfunkanbieter erlaubt), die Verbindungsqualität kann aber je nach Protokoll und Datennetz sehr unzufrieden ausfallen. Die (teilweise nur sehr eingeschränkte) Nutzung von VoIP bei UMTS sehe ich aber keinesfalls als Argument gegen VoIP an, mit konventionellen Anschlüssen hat man überhaupt keine Chance die Nummer auch Unterwegs zu nutzen (nicht ohne Tricks).

Bei DSL sollte man auch beachten, dass große Downloads die Bandbreite stark einschränken können und dies unter manchen Umständen die Sprachqualität beeinträchtigen kann, einige Router priorisieren die Telefoniedaten um eine durchgehend hohe Sprachqualität sicher zu stellen. Selbst bei einem DSL-light Anschluss mit nur 384 kbit/s im Downstream (und dementsprechend magerem Upstream) habe ich brauchbare VoIP Verbindungen zustande bekommen und auch ausschließlich genutzt.

An „regulären“ DSL Anschlüssen (>1 MBit/s) sehe ich persönlich keine Nachteile gegenüber Analogen oder ISDN Anschlüssen, die Sprachqualität kann sogar besser sein.

Meine „beste“ Erfahrung bisher war ein HD Gespräch in die USA. Das ist eigentlich eher ausversehen zustande gekommen (falsche Taste im Telefon gedrückt als ich mit einer VoIP Telefonanlage gespielt hab) aber die Qualität war hervorragend. Die Latenz hielt sich sehr in Grenzen und die Sprachqualität war astrein, deutlich besser als bei vielen „anderen“ inländischen Verbindungen.

Sehr schade finde ich, dass viele NGN Anschlüsse so abgeschottet sind, dass man sie ausschließlich mit dem Endgerät nutzen kann welches vom Anbieter gestellt wird. Am schlimmsten finde ich persönlich hierbei KabelDeutschland. Sofern man eine Fritz!Box bestellt und auch benutzt ist die Verbindung echtes SIP. Hätte also sehr viel Potential für unterwegs (Android, Symbian und andere Handy Betriebssysteme unterstützen SIP), sofern KabelDeutschland a) Die Zugangsdaten herausgeben würde und b) Logins von außerhalb erlauben würde. Beides war bei meinem letzten Versuch und Test im Frühjahr 2010 nicht gegeben wodurch man an den Anschluss „gefesselt“ war und Unterwegs nichts davon hatte. Ob sich das Heute geändert hat kann ich nicht beurteilen, ich bezweifel es aber (wenn doch bin ich über jeden Hinweis dankbar 😉 ). 1&1 dagegen gibt die Zugangsdaten heraus, Sipgate sowieso da sie keine eigenen Anschlüsse verkaufen.

Viele Firmen stellen mittlerweile ihre Interne Telekommunikationsstruktur auf VoIP (mit SIP) um, weil es oft günstiger ist. Andere hingegen „schwören“ auf ISDN weil die Sprachqualität iherer Meinung nach besser ist. Ich (persönlich) werde auch weiterhin auf SIP setzen, von Nachteilen merk ich „zu wenig“ und die Vorteile überwiegen – bei mir – deutlich.

 

Wie sind eure Erfahrungen mit SIP? Setzt ihr es ein, oder habt ihr es eingesetzt?

Die Überbleibsel des Qualitätsjournalismus

In den letzten Jahren standen bekannterweise Google News und ähnliche Portale stark in der Kritik.

Von Verlegern hieß es, Google und Co würden ihnen Einnahmen klauen, da sie ihre Nachrichten (wenn auch nur auszugsweise) online präsentieren und verlinken.

Diese Diskussion ist mir im Moment relativ egal, darüber geht es in diesem Blogeintrag auch nicht, doch ein Begriff ist in diesem Zusammenhang oft gefallen: „Qualitätsjournalismus“, welcher „gerecht entlohnt“ werden will.

Doch was ist Qualitätsjournalismus? Was ist davon noch übrig geblieben?

Heute wurde uns wohl bewiesen, was der Qualitätsjournalismus in Deutschland ist:

Es ist das Tickern von DPA Nachrichten. Blindes Vertrauen, dass die DPA wohl keine Fehler macht. Und so kommt des, dass innerhalb von einer halben Stunde über 500 Nachrichtenseiten (so viele Suchergebnisse hat die Headline jedenfalls im Moment) die Meldung „Viele EHEC-Tote werden nicht mehr ganz gesund“ tickerten.

Ich kann verstehen, dass die Zeitungen auch Sonntags versuchen die Leser auf dem Laufenden zu halten. Ich kann auch verstehen, dass Sonntags wohl nicht so viele Redaktionsmitarbeiter am Arbeiten sind, wie unter der Woche.

Aber wieso merkt das denn niemand??

Nicht nur, dass niemand den Fehler bemerkt und den Artikel löscht, es werden sogar immer mehr Suchergebnisse. Kann denn niemand diese DPA Meldung „zurückholen“? Oder wenigstens zeitnah revidieren? Irgendwer hat den Text doch geschrieben, derjenige muss doch merken, dass die Headline anders besser gewählt worden wäre (wenngleich sie nicht 100% falsch ist, die EHEC-Toten werden nur halt nicht „nicht mehr ganz gesund“, sondern sie sind tot, von Gesundheit kann da keine Rede mehr sein).

Und da wundern sich die Verleger, wieso viele Zeitungen wenig Zuspruch „aus dem Internet“ bekommen und die Internetuser auch keine allzu große Bereitschaft zeigen, für Onlinezeitungen zu zahlen. Wofür soll ich denn bezahlen? Dass blind DPA Meldungen getickert werden? Selbst wenn 3 Zeitungen dafür Geld verlangen würden, gibt es doch immer noch 500 Weitere, die es kostenlos anbieten. Oder soll ich dafür zahlen, dass Falschmeldungen selbst nach einer halben Stunde noch online sind? Klar, es ist Sonntag, das rechtfertigt aber nicht, dass deswegen die Nachrichten eine schlechtere Qualität haben (besser keine Nachrichten sonntags, dann macht man auch weniger Fehler).

Ich habe kein Problem damit, für guten Journalismus zu zahlen. Doch scheint sich das „gut“ in den letzten Jahren zu verschieben, mindestens aber werden die „guten“ Beiträge durch leider immer häufiger auftretende Schlechte „unterwandert“. Qualität sticht Quantität, lieber sonntags weniger veröffentlichen, dafür einen höheren Standard gewährleisten.

In dem Zuge der Entlohnung kommt flattr sicher nicht ungelegen.

Ich bin gespannt wie lange die Meldung wohl noch kursiert, bis sie revidiert bzw. geändert wird.

P.S.: Ich will mit diesem Beitrag niemandem auf die Füße treten, es gibt in den klassischen Medien durchaus gute Journalisten, es zählt dafür zu sorgen, dass diese nicht durch falsches Management bzw. Falschmeldungen untergehen.

Nachtrag: Kurz vor dem Veröffentlichen habe ich nochmals gegoogelt, „nur“ noch knapp 400 Ergebnisse, die Ersten scheinen es wohl zu merken. Immerhin. Wobei andere gerade nochmals nachlegen, die Zahlen schwanken gerade sehr stark zwischen 400 und 750.

Nachtrag(2): Lars Wienand (Mitarbeiter der Rheinzeitung) hat ein paar Worte dazu geschrieben. Ich wollte mit meinem Beitrag den Qualitätsjournalismus nicht per se abwerten, ich frage mich aber: Braucht man wirklich 24/7 Ticker? Ich (als Leser) kann es durchaus verstehen, wenn mal keine bzw weniger Nachrichten auf einer Nachrichtenseite erscheinen, weil gerade Nacht oder Wochenende ist. Braucht man Ticker, die zu Hunderten im Internet, die gleiche Meldung posten? Ließt die denn wirklich jemand aufmerksam? Ich für mich eher nicht, ich habe zwar schon das ein oder andere Mal in Ticker geschaut, aber fehlen würde er mir wahrscheinlich nicht. Andere Journalisten hingegen bekommen die DPA Nachrichten wahrscheinlich sowieso, sind also auch nicht auf den Ticker angewiesen.

Ist der Mehrwert von einem Ticker im Internet heute noch so groß?

Ich will damit nicht sagen, dass es keinen Qualitätsjournalismus mehr gäbe (auch wenn es so klingen mag). Guter Journalismus hat (finde ich) nicht viel mit automatisierten Ticker zu tun, sondern damit, dass man sich vom Rest abhebt. Mit Qualität. (Nein, das heißt jetzt nicht, dass jeder Tickeranbieter keinen guten Journalismus liefern kann 😉 ). Ich will damit nur die Sinnhaftigkeit automatischer Ticker in Frage stellen, nicht die der Journalisten.

P.P.S.: Und ja, der Titel ist etwas ungünstig gewählt 🙁

Captcha

Lange Zeit hatte ich keinerlei Sicherheitsmaßnahmen beim Kommentieren aktiviert. Man musste lediglich Name und E-Mail Adresse hinterlassen.

Jeder der selbst bloggt wird wissen: SPAM ist auch bei Kommentaren sehr beliebt. Es bringt den Spammern zwar nicht viel (sofern die Suchmaschine das Attribut rel=“nofollow“ auswertet) aber sie tun es trotzdem. Heute kam im Schnitt alle 2 Minuten ein neuer SPAM-Kommentar dazu, zwischenzeitlich hatte ich deswegen bei Artikeln die älter als 14 Tage sind die Kommentarfunktion deaktiviert.

Da aber doch mehr Besucher über Google auf alte Beiträge kommen, als ich dachte, ist das wahrscheinlich keine so gute Idee; vielleicht will von denen ja jemand etwas hinterlassen.

Von daher habe ich nun ein kleines Captcha aktiviert, ob es auf Dauer nützlich ist wird sich zeigen. Wichtig war mir, dass es kein externes Captcha ist, welches Daten von einem anderen Server laden muss. Wenn es sich aber als nutzlos herausstellt wird es wohl oder übel ein externes werden müssen (während ich diesen Beitrag schreibe, kam jedenfalls kein neuer SPAM-Kommentar rein, toi toi toi 🙂 )

AVM Fritz!Box Firefox Addon

AVM hat letztes Jahr eine Erweiterung für Firefox herausgebracht, mit der es u.a. möglich ist Nummern per Mausklick zu wählen.

Das Addon erkennt Telefonnummern in Webseiten automatisch, markiert sie und wählt sie per Mausklick, man muss nur noch den Telefonhörer abheben und ist verbunden (Wählhilfe musst in der Fritzbox aktiv und eingerichtet sein). Daneben kann das Addon noch verfügbare Updates anzeigen, die eigene öffentliche Ip (in der Statuszeile) und verlinkt die Weboberfläche der Box.

Klingt theoretisch sehr schön, praktisch ist die Software aber noch sehr buggy. Einstellungen am Addon (welche Funktionen aktiv sind, ob Updates automatisch installiert werden…) werden zwar gespeichert, sind aber beim nächsten öffnen des Einstellungsmenüs verloren. Die Nummernerkennung funktioniert zwar halbwegs gut, das wählen hat bei mir allerdings des Öfteren zur Falschwahl geführt (wobei ich nicht weiß ob das Addon oder die Box schuld ist).

FB FF Addon - Wahl

Wählhilfe im Firefox

Das größte Übel ist, dass die Erkennung mehrzeilige Texteingabefelder falsch erkennt, sodass ich in fast jedem Feld als letzte Zeile ein

FB_Addon_TelNo{ height:15px !important; white-space: nowrap !important; background-color: #0ff0ff;}

stehen habe. Der Text wird allerdings erst beim Absenden eingefügt, ist vorher also nicht zu erkennen und damit auch nur schwer zu entfernen. Mit dem Problem bin ich aber nicht alleine, gebt den String mal in einer Suchmaschine eurer Wahl ein und seht, wie oft er im Netz vorkommt. Blogs, Content Management Systeme, Foren… überall findet sich der String auf Webseiten.

Der Gedanke der zur Entwicklung des Addons geführt hat ich sehr gut, die (bisherige) Ausführung allerdings noch nicht. Die von mir benutzte Version ist 1.05.05 vom 17.12.2009, bisher ist leider noch kein Update verfügbar. Da ich Ubuntu benutze kann ich nicht sagen, ob die Probleme auch unter Windows auftreten, der Vielzahl der entsprechenden Suchergebnisse nach gehe ich aber davon aus.