Der Facebook „Like“ button

Man sieht ihn immer häufiger, den Facebook „Gefällt mir“ Button auf Webseiten.

Facebook ist in letzter Zeit des öfteren in den Nachrichten gewesen, u.a. wegen Datenschutzumstellungen und ihren Mitgliederdaten, woraufhin haben einige Mitglieger das Netzwerk verlassen haben bzw. viele andere von einem Beitritt absehen

Doch „nutzen“ viele Facebook ohne es zu wissen. Einerseits durch den Abgleich von Kontaktdaten, selbst man selbst nichts damit zu tun hat gleichen manche Freunde ihr Adressbuch mit Facebook ab um eventuelle Mitglieder zu finden, dabei werden Teile dieser Daten gespeichert und auch für Freundschaftsvorschläge verwendet, aktuell steht dazu wieder etwas bei Heise. Ein Weiteres Kapitel in dieser Geschichte ist der „Like“ Button. Der Button kann von Webseitenbetreibern eingebunden werden um Lesern damit eine (einfache) Verlinkung mit Facebook herzustellen. Wenn man ihn (als Facebookmitglied) drückt wird man zu Facebook umgeleitet und kann den Link (z.b.) als Status einstellen („Ich lese gerade xyz“). Der Knopf selbst ist ein kleines Script welches vom Facebook Server geladen wird. Mit dem reinen Laden der Webseite (welche den Knopf einbindet) wird aber auch der Referer übertragen, die aktuell geladene Seite, wodurch Facebook weiß, wo man gerade surft. Daneben wird noch ein Cookie übertragen, mit dem der Nutzer eindeutig identifiziert werden kann. Das Alles ohne, dass man einen Facebook Account hat bzw. eingeloggt ist.Die daraus Resultierenden Daten sind vergleichbar mit denen von Google Analytics, nur dass die dafür (noch) nicht verwendet werden.

Mit der zunehmenden Verbreitung des „Like“ Buttons wird der Nutzer für Facebook (ohne sein Zutun) immer transparenter.

Nun Stellt sich die Frage: Will man das??? Will man, dass ein Webdienst, den man unter Umständen garnicht nutzen will (weil man ihm z.B. nicht Vertraut) trotzdem weiß, wo man sich aufhält und welche Interessen man hat??

Als Webseitenbetreiber stellt sich auch die Frage: Will man seine Nutzer „ausliefern“, die Daten kostenlos weitergeben wodurch andere Firmen (unter Umständen) viel Geld daran verdienen können??

Welche Möglichkeit hat man als Webseitenbetreiber: Den Button einfach nicht einbinden. Für WordPress gibt es zum Beispiel „freie“ Alternativen, welche komplett Lokal laufen und keine Daten weitergeben.

Die Bedenken gelten aber nicht nur für Facebook. Die Funktionsweise ist bei einigen Webdiensten vergleichbar. Werbeanbieter, Analysedienste, Micropaymentdienste und viele andere bieten kleine Scripte zum einbauen in Webseiten an und bekommen dadurch Nutzerdaten „frei Haus“.

Als Nutzer kann man solche Scripte auch einfach Blocken, was mit den Erweiterungen AdBlockPlus (wurde eigentlich für Werbung erstellt) oder NoScript geht, für AdBlockPlus wäre hier die „Easy Privacy List“ zu empfehlen

Bin ich mit meiner Ansicht alleine? RA Stadler hat sich z.B. mit dem Thema befasst und ist zu dem Entschluss gekommen, dass der Button sehr wahrscheinlich gegen (deutsches) Datenschutzrecht verstößt. Wer kurz Sucht wird noch mehr zu dem Thema finden.

Ich für meinen Teil hab das Script auf meinen Rechnern (bzw in den Browsern) blockiert (wie viele andere auch). Das mag zwar jetzt als „Spaßbremse“ aussehen aber ich will nicht, dass Firmen unkontrolliert viele Daten über mich Sammeln. Es gibt zwar noch genug andere Scripte die fröhlich Sammeln, aber irgendwo muss man ja Anfangen und das ganze etwas eingrenzen.