Sipkom stellt bisherigen SIP Dienst ein

Wie der Anbieter sipkom (nicht zu verwechseln mit sipgate) am Freitag per Newsletter mitteilte, stellen sie den SIP Dienst mit deutschen Festnetznummern ein

hiermit möchten wir Sie darüber informieren, dass wir den SIP (VOIP) Dienst in der jetzigen Form einstellen müssen §9.8.

Unser Support steht Ihnen ab sofort nicht mehr für die sipkom Plattform (491805.. ,49322.. 883…) zur Verfügung.

Die Einstellung des Dienstes mit dem alten Anbieter war für uns unvermeidbar und ohne Zukunft .

Kunden mit deutschen Festnetzrufnummern wird empfohlen diese zu sipgate zu portieren, um weiterhin erreichbar zu sein. Eine eventuell bei sipkom registrierte 032 Rufnummer kann nicht zu sipgate portiert werden, da sipgate diese nicht unterstützt, wie sipgate auf Nachfrage mitteilte:

Kunden mit einer WLN (Worldwide local number, sipkom bietet Rufnummern aus über 70 Ländern an) können diese weiterführen, bekommen hierfür aber neue SIP Zugangsdaten, Restguthaben wird übernommen. Die Abschaltung betriefft also ausschließlich deutsche Festnetzrufnummern.

Ich hatte sipkom bisher für eine 032-er Nummer genutzt. Diese Rufnummerngasse ist speziell für VoIP gemacht worden und hat eigentlich keine Vorteile gegenüber einer Ortsnetzrufnummer. Auf den ersten Blick fällt auf, dass Anrufe auf 032 selten in Flatrates enthalten, oft (von Mobil) sogar teurer als Festnetznummern sind. Genau hier setzt aber mein Zweck an: Die Nummer ist häufig teuer anzurufen. Scherzanrufe, SPIT und co kommt damit also eher nicht an (oder geht ins Geld). Die perfekte Nummer fürs Whois in Domains oder das Impressum. Ein weiterer Vorteil der separaten Nummer ist, dass ich die Nummer niemandem direkt gebe (sondern hier nur meine normale Telefonnummer) und somit diese Nummer auch schnell wechseln kann. 0180-Servicerufnummern bekommt man mittlerweile ja nicht mehr kostenlos, diese waren früher mein Favorit fürs Whois. Nachdem ich einmal schlechte Erfahrung gemacht habe mit meiner normalen Telefonnummer im Netz würde ich diese ungern so offen angeben, es gibt heutzutage immernoch Menschen die es witzig finden nachts um 4 jemanden aus dem Bett zu klingeln, ohne einen sinnvollen Grund zu haben. Nun werde ich mir also einen neuen Anbieter hierfür suchen, wahrscheinlich werde ich eine Rufnummer bei ventengo registrieren.

Meine Erfahrungen mit VoIP / SIP

Egal wo man ist oder mit wem man redet, kaum jemand hat eine gute Meinung von Voice over IP.

Viele sagen, die Gesprächsqualität sei schlecht, abgehackt oder gar nicht zu gebrauchen, was ich aber nur eingeschränkt bis gar nicht bestätigen kann.

Ich benutze seit über 5 Jahren ausschließlich VoIP (über 1&1 und Sipgate) und habe bisher kaum schlechte Erfahrung gemacht.

Es gibt in der VoIP-Welt verschiedene Protokolle: SIP ist der quasi-Standard bei den Festnetzersatzlösungen der meisten Anbieter. Oft kann man die Zugangsdaten auch in eigenen Endgeräten eintragen um den Anschlus unterwegs zu nutzen (so z.B. bei 1&1, Sipgate und co), es gibt aber auch Anbieter bei denen es nicht der Fall ist. Daneben sehr Verbreitet ist Skype, ein eigenes Programm und Protokoll welches (im gegensatz zu SIP) nicht offen ist, aber auch eher zum Einsatz am PC gedacht ist bzw dort meistens genutzt wird. Weitere Protokolle sind IAX und H.323.

In diesem Artikel möchte ich mich mit SIP beschäftigen, Skype ist den meisten bekannt und auch nicht mit so vielen negativen Vorurteilen belastet. Im Idealfall gilt:

VoIP hat einen großen Vorteil gegenüber konventioneller Telefonie: Man ist nicht an einen Standort gebunden sondern kann den Anschluss „mitnehmen“. Wo man sich selbst aufhält kann man sich (in der Regel) bei seinem VoIP Provider einloggen und seine zugewiesene Telefonnummer von zu Hause benutzen, vorausgesetzt man hat eine Internetverbindung die schneller als ISDN ist (also DSL oder UMTS). Dazu kommt, dass man eventuell Netzwerktelefone einsetzt (bzw. einsetzen will) was die Verkabelung im Haus einfacher macht, man muss keine separaten Telefonleitungen legen bzw. beschalten. Einige Telefone können heutzutage Power over Ethernet, wodurch sie nur in eine Netzwerkdose gesteckt werden, ein Netzteil entfällt wie bei ISDN und Analogtelefonen auch. Voraussetzung dafür ist ein PoE fähiger Switch.

Die Sprachqualität hängt natürlich von mehreren Faktoren ab:

  • Welchen Anbieter benutze ich
  • Welche Telefone benutze ich
  • Welche Bandbreite habe ich zur Verfügung

Bei den Telefonen gibt es (wie bei Analoggeräten auch) große Qualitätsunterschiede, aber auch die verfügbaren Sprachcodecs unterscheiden sich. Relativ neu ist HD-Telefonie. Dabei ist die Qualität deutlich besser als bei normalen Telefonaten, der abgedeckte Frequenzbereich als auch die Abtastrate sind bei diesem Codec (G.722) deutlich höher als bei den Bisherigen und kommen an die eines natürlichen Gesprächs (ohne Telefon) sehr Nah heran. Um dies nutzen zu können müssen beide Gesprächspartner, als auch der Provider diesen Codec unterstützen.

Die Bandbreite ist (selbstverständlich) ein sehr wichtiges Kriterium, sie kann die Sprachqualität direkt beeinflussen. Um VoIP nutzen zu können sollte man DSL haben. Es funktioniert zwar auch per UMTS (sofern es der Mobilfunkanbieter erlaubt), die Verbindungsqualität kann aber je nach Protokoll und Datennetz sehr unzufrieden ausfallen. Die (teilweise nur sehr eingeschränkte) Nutzung von VoIP bei UMTS sehe ich aber keinesfalls als Argument gegen VoIP an, mit konventionellen Anschlüssen hat man überhaupt keine Chance die Nummer auch Unterwegs zu nutzen (nicht ohne Tricks).

Bei DSL sollte man auch beachten, dass große Downloads die Bandbreite stark einschränken können und dies unter manchen Umständen die Sprachqualität beeinträchtigen kann, einige Router priorisieren die Telefoniedaten um eine durchgehend hohe Sprachqualität sicher zu stellen. Selbst bei einem DSL-light Anschluss mit nur 384 kbit/s im Downstream (und dementsprechend magerem Upstream) habe ich brauchbare VoIP Verbindungen zustande bekommen und auch ausschließlich genutzt.

An „regulären“ DSL Anschlüssen (>1 MBit/s) sehe ich persönlich keine Nachteile gegenüber Analogen oder ISDN Anschlüssen, die Sprachqualität kann sogar besser sein.

Meine „beste“ Erfahrung bisher war ein HD Gespräch in die USA. Das ist eigentlich eher ausversehen zustande gekommen (falsche Taste im Telefon gedrückt als ich mit einer VoIP Telefonanlage gespielt hab) aber die Qualität war hervorragend. Die Latenz hielt sich sehr in Grenzen und die Sprachqualität war astrein, deutlich besser als bei vielen „anderen“ inländischen Verbindungen.

Sehr schade finde ich, dass viele NGN Anschlüsse so abgeschottet sind, dass man sie ausschließlich mit dem Endgerät nutzen kann welches vom Anbieter gestellt wird. Am schlimmsten finde ich persönlich hierbei KabelDeutschland. Sofern man eine Fritz!Box bestellt und auch benutzt ist die Verbindung echtes SIP. Hätte also sehr viel Potential für unterwegs (Android, Symbian und andere Handy Betriebssysteme unterstützen SIP), sofern KabelDeutschland a) Die Zugangsdaten herausgeben würde und b) Logins von außerhalb erlauben würde. Beides war bei meinem letzten Versuch und Test im Frühjahr 2010 nicht gegeben wodurch man an den Anschluss „gefesselt“ war und Unterwegs nichts davon hatte. Ob sich das Heute geändert hat kann ich nicht beurteilen, ich bezweifel es aber (wenn doch bin ich über jeden Hinweis dankbar 😉 ). 1&1 dagegen gibt die Zugangsdaten heraus, Sipgate sowieso da sie keine eigenen Anschlüsse verkaufen.

Viele Firmen stellen mittlerweile ihre Interne Telekommunikationsstruktur auf VoIP (mit SIP) um, weil es oft günstiger ist. Andere hingegen „schwören“ auf ISDN weil die Sprachqualität iherer Meinung nach besser ist. Ich (persönlich) werde auch weiterhin auf SIP setzen, von Nachteilen merk ich „zu wenig“ und die Vorteile überwiegen – bei mir – deutlich.

 

Wie sind eure Erfahrungen mit SIP? Setzt ihr es ein, oder habt ihr es eingesetzt?